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Die Zeit des Hochsommers beginnt. Die Tage sind immer länger geworden
und heute ist der längste Tag im Jahr und die kürzeste Nacht. Es ist
die Hochzeit des Lichts, die wirkungsvollste Zeit des Sonnengottes.
Die Felder sind bestellt, die Jungpflanzen entwickeln ihr volles
Wachstum.
Auch was wir dieses Jahr gesät haben in uns, was nun zur Reife wachsen
will, ist von dieser Kraft durchdrungen. Unsere Wünsche, Pläne und
Handlungen wachsen und reifen und beinhalten dabei schon ihr natürliches
Ende
So wie in der Jul-Nacht, der längsten Nacht des Jahres und Zeit der größten
Finsternis die Kraft stark genug ist, das neue Licht zu gebären, so ist
an Mittsommer die Kraft stark genug, unsere Wünsche und Pläne für
eine gute Ernte zu unterstützen. Noch ist Zeit zu Feiern, die bereits
verrichtete Arbeit zu feiern. Überall finden Feiern zu Ehren des
Lichtes statt. Wir genießen die Zeit nach der Aussaat und vor der
Ernte, die Zeit der Fülle und des Genusses
Als Symbol für die starke Feuerkraft wurden und werden allerorts die
Sonnwendfeuer errichtet. Dies sind mit Stroh umwickelte Räder, die ins
Tal hinuntergerollt werden, um den nun beginnenden Abstieg des Lichtes
bewusst zu machen. Früher wurde das Vieh als Schutz und Bitte für gute
Gesundheit zwischen zwei Sonnwendfeuern hindurch getrieben. Wer
unversehrt über ein Sonnwendfeuer springen kann, dem ist altem Glauben
zu folge Glück in der Liebe, Reinigung und gute Gesundheit sicher.
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Das Johanniskraut, welches nun blüht und seine größte Kraft
entwickelt, wurde früher dem germanischen Lichtgott Baldur zu Ehren
auch Baldurskraut genannt. Aus diesem wurden die "Sonnwendgürtel"
geflochten - ein uralter Heil- und Schutzzauber.
Die vielen Feuer unterstützen die von nun an schwindende Lichtkraft auf
ihrem Höhepunkt und wachstumsfördernde Energie für Pflanzen, Tiere
und Menschen wird heraufbeschworen. Jetzt ist die Zeit, die eine gute
Ernte vorbereitet. Nun gilt es, diese Lichtkraft wirken zu lassen, damit
die Saat des Frühjahrs gut gedeiht und uns gut durch den nächsten
Winter bringt
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